Erbgänge
Phänotyp, Genotyp, Gene und DNA. Grundlegende Begriffe, um die wir nicht herumkommen in einem kurzen Glossar.
Erbgänge
Das Erscheinungsbild einer Mutation kann sich auf verschiedene Art und Weise vererben. Im Folgenden wollen wir die häufigsten Erbgänge besprechen, ihre Vor- und Nachteile und nötige Hilfsmittel wie
zum Beispiel Punnet Squares. Auch hier verwenden wir die Terminologie, die sich in der Reptilienzucht durchgesetzt hat, auch wenn sie nicht immer ganz korrekt ist und Genetikern die Haare zu Berge
stehen lässt.
DNA (Desoxyribonukleinsäure)
Dies ist ein sehr großes Molekül in dem alle genetischen Informationen in Form des Genetischen Codes gespeichert sind. Kleinere DNA Stücke bezeichnet man als Chromosomen, die
wiederum aus einzelnen Genen bestehen.
Chromosom
Ein Chromosom ist ein langer Strang aus DNA, sozusagen ein Stück DNA. Abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen besitzt jede Zelle
einen doppelten Satz von identischen Chromosomen (Merken Sie sich dieses, es ist für das Verständnis der einzelnen Erbgänge von großer Bedeutung). Die Chromosomen wiederum sind in
einzelne Gene unterteilt.
Gen
Als ein Gen wird der Abschnitt auf einem Chromosom bezeichnet, der ein bestimmtes Merkmal vererbt. So gibt es Gene die das Merkmal Albino vererben, oder
blonde und schwarze Haare. Viele Gene zusammen ergeben ein Chromosom. Andersherum ausgedrückt enthält ein Chromosom viele Gene. Da Chromosomen in den Zellen doppelt vorliegen, liegen auch die Gene in
zwei Kopien vor.
Allel
Wir hatten festgestellt, dass die Zellen einen doppelten Satz von Chromosomen und damit auch Genen haben. Jedes Gen liegt also zweimal vor. Damit liegt auch die
Information dieses Genes zweimal vor, vorausgesetzt, es ist die gleiche Information. Es kann jedoch auch sein, dass in der einen Kopie des Genes eine andere Information vorliegt, als in der anderen.
So kann zum Beispiel das Gen für die Haarfarbe in zwei verschiedenen Ausprägungen vorliegen. Auf der einen Kopie „steht“ dann sozusagen blonde Haare, auf der anderen schwarze. Als Allel wird also
eine von zwei oder mehreren Ausprägungsformen eines Genes bezeichnet. Um bei dem Beispiel Haare zu bleiben bedeutet dies folgendes: Das Gen (nämlich das für Haarfarbe) ist nach wie vor das gleiche,
kann jedoch die Ausprägungsform (Allel) schwarz oder blond annehmen. Ein Allel ist also eine von zwei oder mehreren möglichen Ausprägungen ein und desselben Genes.
Wie entstehen Allele?
Durch Mutationen auf den Genen. Wenn der Wildtyp zum Beispiel schwarze Haare hat, kann es durch Mutation des Haarfarbe-Genes dazu
kommen, das auf diesem auf einmal blondes Haar steht. Damit hätten wir die zwei Allele des Haarfarbe-Gens.
Mutation (im genetischen Sinne)
Die Veränderung der Information, die auf einem Gen steht bezeichnet man als Mutation. Stellen Sie sich einfach vor auf dem Haarfarbe-Gen steht schwarzes Haar. Dann kommt jemand mit Tippex vorbei und
macht aus schwarz blond. Das blond wäre dann die Mutation, also das Neue, das anders als der Wildtyp ist (wir nehmen hier einfach mal an, dass der Wildtyp schwarz ist).
Genotyp
Als Genotyp wird vereinfacht gesagt die genetische Information bezeichnet, die in einem Lebewesen enthalten ist. Sie muss im Gegensatz zum Phänotyp nicht äußerlich erkennbar sein.
Ein Beispiel sind heterozygote Tiere. Ein Het Albino sieht äußerlich ganz normal aus, also nicht wie ein Albino. Dennoch enthält er das Albino Gen.
Phänotyp
Die äußere Erscheinungsform eines Lebewesens, so wie sie von den Genen diktiert wird. Also ob es zum Beispiel ein Albino ist oder nicht. Ein Albino ist geno- und
phänotypisch ein Albino. Ein Het Albino hingegen enthält nur genotypisch das Albinogen, ist also äußerlich normal und damit kein Albino Phänotyp.
Wildtyp
Sozusagen die „Normalversion“. Ein Wildtyp Gen ist ein Gen, das die normale Version (also das normale Allel) der Erbinformation beinhaltet. Das Wildtyp Allel eines
Genes produziert also das Wildtyp Tier, das ganz normal aussieht. Wer oben aufmerksam gelesen hat, kann jetzt auch sagen, das Wildtyp Gen produziert einen phänotypischen Wildtyp-ein Tier das ganz
normal aussieht.
Homozygot
Zwei identische Allele eines Genes die in einem Tier vorliegen. Bleiben wir bei der Haarfarbe: In beiden Kopien liegt also sagen wir schwarze Haarfarbe vor. Wir können dies verbildlichen, indem wir
Abkürzungen für ein Gen benutzen. Hier also das Gen Haarfarbe. Wie wir wissen, liegt das Allel für die Farbe in jeder Zelle doppelt vor. Deshalb schreibt man es auch doppelt hin.
Wenn wir für schwarze Haare einfach S benutzen würde das also so aussehen: SS
Heterozygot
Zwei NICHT identische Allele eines Genes, die in einem Tier vorliegen. Sagen wir eines für blond (B) und eines für schwarz (S). Bildlich kann man sich die genetische
Information des Tieres dann so vorstellen: BS
Dieser Bericht wurde mir freundlicherweise von den Verfassern Oliver Vaes und Sören Panse von Precision Reptiles zur Verfügung gestellt.
www.chondroshome.de
www.carpetshome.de
